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Am
1. September 1854 wurde die erste Eisenbahnlinie in Norwegen eröffnet.
Nach dreijähriger Bauzeit (erster Spatenstich war am 8. August 1851)
fuhren die Züge auf der 68 km langen Hovedbane von Christiania nach
Eidsvold. Von dort erschloß sich für die Hauptstädter über die Vorma
und den Mjøsa der Weg hinauf in das Gudbrandsdalen und weiter nach
Norden.
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Natürlich hat auch die norwegische staatliche Bahngesellschaft mit den Problemen dieser aktuellen Zeit zu kämpfen, Streckenstillegungen und ausgedünnte Fahrpläne gibt es auch in Norwegen. Aber trotzdem ist mir aufgefallen: zu den schönsten Gebäuden des Landes gehören die Bahnhöfe, selbst die an den nicht mehr genutzten Haltepunkten! |
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Bahnstation Hjerkinn im Dovrefjell. Hier hat die Dovrebanen Oslo-Trondheim ihren höchsten Punkt (1024
m ü. NN) fast
erreicht. Jernbaneverket ist u. a. zuständig für Instandhaltung, Planung und Neubau der Infrastruktur, darunter Bahnhöfe, 4087 km Strecke, 704 Tunnel und 2807 Brücken. Auch der operative Fahrplan, die Verkehrssteuerung und die Bahnstromversorgung gehören zu den Aufgaben dieser outgesourcten Gesellschaft. |
Einige Vorschriften erscheinen mir wesentlich einfacher als hierzulande: Um die Fahrgäste in Vikersund sicher über die Gleise der Randsfjordbanen zu bringen wird keine teure Schrankenanlage benötigt. Vielmehr installiert der Zugbegleiter nach telefonischer Rücksprache mit dem Fahrdienstleiter eine einfache Gleisbesetztmeldung, die Expreßzüge aus Bergen und Oslo sind ausgebremst... |
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Bei der Krøderbanen, mit 26 km
das längste Museum Norwegens, wurde mit Saisonbeginn am 28. Juni 2009
das 100-jährige Jubiläum der Bergensbanen
nachdrücklich gefeiert. Schließlich war die Krøderbanen ein nicht
unwesentlicher "Geburtshelfer", denn man konnte mit der
Kombination Zug-Dampfschiff-Zug bereits seit 10. Juni 1908 ziemlich bequem
von Bergen nach Südostnorwegen reisen. Der damals noch nicht fertige
Haverstingtunnel erzwang den kleinen Umweg von Gulsvik über den Krøderen und weiter mit der schmalspurigen Krøderbanen nach
Vikersund zur Randsfjordbanen.
Nach endgültiger Fertigstellung der Bergensbanen am 27. November 1909 wurden die Krøderbanen und die Randsfjordbanen auf Normalspur umgespurt. |
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Unterwegs auf der bergigen Strecke zwischen Krøderen
stasjon und Vikersund waren wir mit der 550 PS-starken 1'C Personen-
und Güterzuglokomotive Nr. 225 der Gattung 21 b. Gebaut wurde sie mit
Fabriknummer 52 in Thune's Mekaniske Værksted Kristiania. |
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Die wichtigste Unterwegsstation ist das
Wintersportzentrum Bjorli, Drehscheibe und Wasserturm beweisen das. Von
hier (574,65 m ü. NN - bei abgenutzten Schienen ein paar Millimeter weniger)
geht es hinunter ans Meer. |
Der spektakulärste Teil der Raumabanen beginnt, auf
imposanten Brücken wird fünfmal die Rauma überquert. Eine der
schönsten ist die Stuguflåten bru, hier ein Diorama aus dem Norsk
Jernbanemuseum. |
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| Das Norwegische Eisenbahnmuseum in Hamar ist Teil der norwegischen Eisenbahnadministration Jernbaneverket und dokumentiert sehr unterhaltsam die norwegische Eisenbahngeschichte. | |||||
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| Dampflokomotive Nr. 16, Typ 2 der Norwegischen Staatseisenbahn, 1861 geliefert von Robert Stephenson & Co. Newcastle für die Kongsvinger-Strecke. | Zwei Zweiachser übereinander - Schmalspurgüterwagen im Huckepack | ||||
Als ich das aktuelle Prospekt des Norsk Jernbanemuseum in den Händen hielt war ich freudig überrascht. Es wurde der Betrieb eines täglichen "Tertitt-toget" versprochen, also eines kleinen 750 mm Schmalspurzuges im Museumsgelände. Auf dem Foto im Prospekt ist eine Lokomotive der ehemaligen Urskog-Hølandsbanen zu sehen. Diese Lokomotive der Bauart C n2t, norwegische Gattung XXVII, wurde 1895 in Chemnitz als Nr. 2 "EIDSVERKET" gebaut, F.Nr. 2102. 1925 erhielt sie den Namen ihrer ausgemusterten Schwester Nr. 1 "URSKOG", die mit F.Nr. 2101 ebenfalls sächsischer Abstammung war. Also auf nach Hamar, in Norwegen eine Hartmann-Lok unter Dampf erleben! Aber das Gleis am Bahnsteig blieb leer, die traurige Botschaft: The engine is damaged… Der kleine Nostalgiezug kann 2009 nicht eingesetzt werden! Beim Bummel durch das Museum haben wir die Nr. 2 "URSKOG" aber doch noch gefunden, abgestellt, kalt, reparaturbedürftig, ganz hinten in der dunklen Wagenhalle am Strandveien… |
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Die netten
Mitarbeiter im Museum haben inzwischen versucht meine Enttäuschung zu mindern
und mir einige Fotos geschickt. 2008 pendelte die Lokomotive noch mit viel Dampf im Museum. |
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Bei der großräumigen
Umfahrung von Oslo kamen wir durch Sørumsand das heute der Anfangspunkt der Museumseisenbahn Urskog-Hølandsbanen "Tertitten"
- einer Abteilung des Akershusmuseet - ist. Es existieren noch etwa 4 km Strecke
der 1960 eingestellten 57 km langen 750 mm Schmalspurbahn von Sørumsand durch
die Kommunen Aurskog, Setskog, Nordre- und Søndre-Høland nach Skulerud.
Auf den Prospekten steht: Toget som ikke skal noe sted, bare en liten tur tilbake i tiden - der Zug geht nirgendwohin, es ist nur eine kleine Reise zurück in der Zeit. |
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Die Museumseisenbahn Urskog-Hølandsbanen "Tertitten" besitzt noch zwei weitere Dampflokomotiven: |
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Auf dem Gløshaugen Campus der NORGES TEKNISK-NATURVITENSKAPELIGE UNIVERSITET in Trondheim befinden sich auch zwei Lokomotiven. Dabei handelt es sich um die erste norwegische Wechselstromlokomotive "Ohma Electra" (British Westinghouse Electric and Manufacturing Co., 1908) und die Hartmann-Lok Nr. 5 "BJØRKELANGEN" 1'C1' h2t, Gattung XXIXa, Baujahr 1924, F.Nr. 4623. Auch diese Lokomotive war auf der Urskog-Hølandsbanen bis zu deren Einstellung unterwegs und dient heute den Studenten der Wärmetechnik als Anschauungsobjekt - eine große Anerkennung für den sächsischen Hersteller. Wer ein aktuelles Foto der Bjørkelangen sucht, hinter dem NTNU-Logo ist es zu finden. |
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Der Hausberg der alten Handelsstadt Bergen ist der Ulriken (643 m ü. NN). Er wird von der Kabinenbahn Ulriksbanen erschlossen, die in wenigen Minuten die 600 m Höhenunterschied bewältigt. Wenn man dann an der Bergstation das Panorama der Stadt Bergen genossen hat kann man eine mehrstündige Wanderung über das Høyfjellet absolvieren, das Ziel ist der 320 m hohe Aussichtspunkt Fløyen. Wer denkt, es geht auf dem sonnigen Bergrücken entlang nur bergab irrt gewaltig. Viele kleine Täler und Senken zwingen immer wieder zu heftigen Ab- und Aufstiegen. Aber das herrliche Panorama entschädigt und unterwegs gibt es auch ein Trinkwasserreservoir, zum Auffüllen der leeren Trinkflaschen… | ![]() |
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| Blick vom Fløyen zum Ulriken | Unterwegs im Høyfjellet | ||||
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Die Fløibanen in Bergen ist die einzige Standseilbahn Skandinaviens.
Eröffnet wurde sie nach vierjähriger Bauzeit am 15. Januar 1918.
Die Talstation (18 m ü. NN) nahe dem Fischmarkt und dem UNESCO-Weltkulturerbe Bryggen verbindet das Zentrum mit dem Aussichtsberg Fløyen (320 m ü. NN). Die 850 m lange Strecke mit 44 % Neigung besitzt 3 Unterwegsstationen. Mehr als 1 Million Passagiere werden jährlich befördert. Seit November 2002 ist die vierte Wagengeneration im Einsatz, sie heißen Rødhette und Blåmann. ![]() Nächtlicher Blick zum Fløyen mit dem Restaurant und der beleuchteten Strecke der Fløibanen |
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Die
Stadt Bergen baut seit Januar 2008 den ersten Bauabschnitt der Bybanen -
Bergen Light Rail. Er umfaßt die 9,8 km lange
Strecke vom Zentrum nach Nesttun-Nord. Die Eröffnung findet am 19. Juni
2010 statt. In Norwegen stehen solche Daten lange vorher fest, hierzulande
freuen wir uns, wenn wir das richtige Jahr vorhersagen können...
Der zweite Bauabschnitt wird ab August 2010 in Angriff genommen und soll bis Rådal/Lagunen Storsenter führen. Noch geplant wird an der Verlängerung bis Bergen lufthavn (Flesland) |
Am Ende der Kaigaten ist bereits die doppelte Gleisverbindung eingebaut und markiert den Beginn der Endhaltestelle. Diese befindet sich in der Starvhusgaten wenige Meter von der zentralen Fußgängerzone entfernt. In nur 21 Minuten erreicht man demnächst von Nesttun das Stadtzentrum, das entspricht einer Reisegeschwindigkeit von 28 km/h. |
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Die Stadt Bergen und Stadler Pankow haben einen Vertrag über 12 moderne Niederflurfahrzeuge in Leichtbauweise geschlossen (32 m lang, 200 Fahrgäste, 80 km/h). Das erste Fahrzeug wird am 8. Dezember 2009 in Bergen ankommen. Stadler übernimmt in den nächsten 8 Jahren die Wartung der Fahrzeuge, eine Option über die Lieferung weiterer 20 gibt es auch. |
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| Beim Bau der neuen Strecke der Bybanen wurden auch alte Schienen freigelegt. Bergen besaß seit 29. Juni 1897 eine Straßenbahn - Bergens Elektriske Sporvei. Zeitweilig wurden 4 Linien betrieben, die letzte wurde 1965 eingestellt. Busse bzw. Trolleybusse übernahmen die Transportaufgaben. | |||||
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| 28. März 2008 im Abschnitt Lars Hilles Gate, Quelle: Bau-Dokumentation der Bybanen | Wagen Nr. 119 (Norddeutsche Waggonfabrik Bremen, 1921) im Jahr 1956 auf der Årstadveien. Quelle: Bergens Tekniske Museum | ||||
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Die alten Abstellanlagen Mohlenpris werden durch Bergens Tekniske Museum genutzt. Leider ist das Museum zur Zeit wegen Renovierung geschlossen. An den Trikkehallen beginnt auch eine kurze Museumsstrecke für den Einsatz nostalgischer Fahrzeuge. In Betrieb sind der Triebwagen 10 von 1897 und der Triebwagen 62, der 1996 aus Berlin zusammen mit zwei weiteren Triebwagen und Beiwagen ankam. Dabei handelt es sich um "Rekowagen" vom Typ TZ 69 bzw. BZ 69 aus dem RAW Berlin-Schöneweide, also de facto neugebaute Zweirichtungswagen ab Baujahr 1969. |
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| Auf diesem Hybridfoto von atlas.no sind die Trikkehallen Møhlenpris (links) und die Strecke der Museumstrikken zu erkennen. | |||||
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| Laut klappernd
und rumpelnd fährt der kleine Zug gezogen von einer
GIA-DHD6 die Besucher 2,3 km weit in den 1782 erschlossenen Stollen.
Gehörschutz ist während der 10-minütigen Fahrt Pflicht.
Wenn man mit der Stollenbahn schließlich die Kongens gruve erreicht hat und die Mannschaftswagen verläßt ist man 342 m unter der Oberfläche. Die Kongens gruve ist insgesamt 1070 m tief, ihre unterste Sohle befindet sich damit ca. 560 m unter dem Meeresspiegel. Sie war die größte im Kongsberger Revier, dem ehemals zweitgrößten Silberrevier der Welt. Das Besucherbergwerk Sølvgruvene in Saggrenda gehört zum NORSK BERGVERKSMUSEUM. Viele junge Leute bedienen und betreuen mit Begeisterung Fahrzeuge und Anlagen und führen die Besucher. |
Haus Sachsen gruve ca. 1900. Dieser Name und viele andere verraten es: es waren Bergleute aus Freiberg, die nach dem Berggeschrei 1623 bei der Erschließung halfen. | ||||
| In der Abstellanlage der Diesellokomotiven habe ich das jugendgemäße ATV "POLARIS" mit Eisenbahnrädern für die 600 mm Spur entdeckt... |
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schon eingangs gesagt, es waren ein paar herrliche, vor allem ruhige Wochen zwischen Fjord und
Fjell. Selbst die abenteuerlichen Eisenbahnen strahlen eine herrliche
erholsame Ruhe aus.
Diese Erholsamkeit könnte man öfters genießen... |
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